Grundzüge der betrieblichen Altersversorgung für die Region Stuttgart, Tübingen, Reutlingen und Neckar-Alb

Die betriebliche Altersvorsorge - kurz bAV - gilt neben der gesetzlichen Rente und der privaten Vorsorge als dritte Säule der Alterssicherung. 18 Millionen Arbeitnehmer oder 57 Prozent der Beschäftigten verfügen bei uns über bAV-Ansprüche. Die Regelungen und die Organisation der betrieblichen Altersvorsorge sind komplex, der Überblick ist schwierig.

Ein Kriterium, nach dem sich differenzieren lässt, ist die Art der Finanzierung - das heißt, wer die Beiträge zahlt. Eine andere Unterscheidungsmöglichkeit sind die Durchführungswege - also wie das Geld angelegt wird und wer sich darum kümmert. Auf diese beiden "Dimensionen" wollen wir uns im Folgenden konzentrieren.

Betriebliche Altersvorsorge - wer die Beiträge zahlt

Es gibt drei Formen der Beitragszahlung:

  • der Arbeitgeber sorgt alleine vor: das ist die klassische Variante der betrieblichen Alterssicherung. Der Arbeitgeber sagt seinen Beschäftigten eine Betriebsrente zu und legt dafür Geld zurück. Wie die Betriebsrente gestaltet ist und welche Bedingungen gelten, ist von Arbeitgeber zu Arbeitgeber unterschiedlich. Ansprüche können frühestens nach drei Jahren Beschäftigung im Unternehmen erworben werden;

  • der Arbeitnehmer wandelt einen Teil des Gehalts um: die sogenannte Entgeltumwandlung gibt es seit 2002. Hier ergreift der Arbeitnehmer die Initiative. Dann fließt ein Teil seines Bruttogehalts in einen bAV-Vertrag. Der Arbeitgeber muss entsprechende Verträge anbieten. In der Ansparphase kann der Arbeitnehmer Steuern und Sozialbeiträge sparen, für die spätere Rente gilt aber Steuer- und Abgabenpflicht.

  • der Arbeitgeber leistet Zuschüsse zur Entgeltumwandlung: der Arbeitgeber kann den bAV-Vertrag bei Entgeltumwandlung bezuschussen, zum Beispiel indem er den ersparten Arbeitgeber-Anteil der Sozialbeiträge zusätzlich in den bAV-Vertrag einzahlt. Dadurch rechnet sich Entgeltumwandlung oft erst richtig.

Fünf (ab 2018 sechs) Durchführungswege

Der Gesetzgeber hat fünf Durchführungswege für die betriebliche Altersvorsorge vorgesehen:

  • Direktzusagen: bei Direkt- oder Pensionszusagen führt der Arbeitgeber die betriebliche Altersversorgung in Eigenregie durch. Er kümmert sich um die Anlage der Mittel und die Zahlung der Betriebsrenten;

  • Unterstützungskassen: sind betriebliche oder überbetriebliche Versorgungseinrichtungen, in die meistens der Arbeitgeber einzahlt. Dieser Weg ist eine Alternative zur Direktzusage (Outsourcing!) und wird gerne zur Altersversorgung von Führungskräften eingesetzt;

  • Pensionskassen: sind ebenfalls betriebliche oder überbetriebliche Einrichtungen, die bAV-Leistungen gewähren. Pensionskassen werden im Rahmen der Entgeltumwandlung - sowohl in "Reinform" (Arbeitnehmer zahlt alleine) als auch in Mischform - genutzt;

  • Direktversicherung: hier fließen die Beiträge aus Entgeltumwandlung (ggf. mit Arbeitgeber-Bezuschussung) direkt in eine Lebens- oder Rentenversicherung. Dieser Durchführungsweg wird - da einfach umzusetzen - im Mittelstand bevorzugt. Erfahren Sie mehr »

  • Pensionsfonds: sind entweder mit großen Unternehmen oder mit Versicherungen verbundene bAV-Einrichtungen. Sie funktionieren ähnlich wie Pensionskassen, sind aber flexibler bei Anlagen;

  • als weiterer Weg wird mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz 2018 die reine Beitragszusage eingeführt.

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