Geldanlage in Krisenzeiten

Es ist keine neue wissenschaftliche Erkenntnis, dass der Mensch ein Individuum ist, welches sich stark von Emotionen leiten lässt. Dies trifft auf jegliche erdenkbare Situation im Leben zu. Dies gilt auch für den Finanzmarkt, insbesondere für viele Anleger. Hohe Kurse sind mit Euphorie verbunden, denn der Wert der Depots ist höher bewertet als vorher. Man ist zufrieden und hat keine Sorgen. Fallen jedoch die Kurse, wandelt sich die Euphorie nach und nach in Nervosität um. Fallen die Kurse weiter und die weltweiten Börsen erleben einen starken Rückgang, wie z.B. der deutsche Aktienindex (DAX 30), dieser verlor in nur wenigen Tagen 30 Prozent. Dies führt zu Angst. Angst um die gehaltenen Anteile. Die man aus Angst vor der zukünftigen Entwicklung verkauft. Allerdings besteht ein gut diversifiziertes Fonds-Depot nicht ausschließlich aus Aktien, sondern auch aus Anleihen. Diese sind seit Jahresbeginn sogar gestiegen. In solchen Zeiten ist jedoch eins wichtig: Ruhe bewahren

Haben Sie Ihre Anteile aus Angst nicht verkauft, haben Sie bereits die halbe Miete. Denn wie Sie in der Abbildung 1 entnehmen können unterliegt auch der Finanzmarkt einem Marktzyklus. Diesen können Sie nutzen und einen Mehwert aus den niedrigen Preisen schlagen. Ein antizyklisches Handeln wäre in Zeiten wie diesen eine Option. Das bedeutet, dass Sie von den verunsicherten Anlegern, die ihre Anteile bereits verkauft haben, profitieren können. Indem Sie diese für einen geringeren Preis als von vor einigen Wochen erwerben können, da die Aktien stark gefallen sind.

Bereits viele Anleger nutzen die aktuelle Marktlage aus, indem sie ihre Chance für Investitionen nutzen. Sie setzen darauf, dass die Krise nicht langfristig ist und kaufen nun Anteile von verunsicherten Anlegern ab. Somit könnte die Krise ein guter Zeitpunkt sein, um die eine Investition in den Aktienmarkt zu tätigen.

Aber woher soll man wissen, wann die Kurse wieder steigen? Dieses Bedenken ist nachvollziehbar. Niemand weiß wann die Kurse wieder steigen. Die Vergangenheit zeigt uns jedoch, dass sich die Kurse immer wieder erholt haben und es wieder bergauf gehen kann, siehe Abbildung 2.

Ein gutes Beispiel ist die Finanzkrise 2008. Diese Krise hat die globale Wirtschaft in die Knie gezwungen und kostete weltweit 213 Millionen Arbeitsplätze[1]. In der Abbildung 3 ist zu erkennen, dass ein Portfolio, welches Sie im September 2008 gehalten oder erworben haben nach einem Jahr eine Rendite von 4% eingebracht hat. Betrachtet man jedoch diese Rendite nach fünf Jahren desselben Portfolios, so ist zu erkennen, dass die Rendite auf 47% angestiegen ist. Somit lässt sich feststellen, dass sie die Märkte auch von dieser Krise erholt haben und nach der Krise die Kurse in der Vergangenheit stark angestiegen sind.

Die Finanzkrise aus dem Jahre 2008 ist eine Bankenkrise gewesen und somit nur schwer mit der aktuellen Lage in Zusammenhang zu bringen. In der Vergangenheit gab es bereits Pandemien, wie z.B. die im Jahre 2003 aufgetretene SARS-Pandemie, die ebenfalls an weltweiten Börsen Crashs auslösten. Diese hinterließ später kaum bleibende Spuren. Denn nur bereits ein Quartal nach Börsentief war der MSCI China wieder um 30 Prozent im Plus. Insbesondere aus den Erfahrungswerten aus der SARS-Pandemie lässt sich sagen, dass Börsen-Crashs zwar kurzzeitig sehr spürbar sind, jedoch von kurzer Dauer sein können. Auch bei dem weltweiten Ausbruch des Corona Virus ist eine mittel- bis langfristige Erholung des Marktes möglich.

Die Abbildung 3 unterstreicht diese These. Sie zeigt einige einschneidende Ereignisse in den letzten 50 Jahren. Es ist zu sehen, dass sich die Werte eben auch wieder erholt haben.

Fazit: Es ist wichtig in einer solchen Zeit Ruhe zu bewahren und die Anteile zu halten. Denn verkauft man diese, verkauft man sie unter Umständen mit Verlust. Sollte man aktuell über liquide Mittel verfügen, könnte man diese antizyklisch investieren, denn man bekommt jetzt mehr Anteile für das gleiche Geld als vor einigen Wochen. Sofern Sie aktuell die Liquidität besitzen und diese langfristig zur Verfügung steht, können Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen. Wir beraten Sie gerne!

 


[1] Vgl.: Spiegel: Krise kostet weltweit mehr als 34 Millionen Jobs (27.02.2010); entnommen am 17. März 2020 von www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/rekord-arbeitslosigkeit-krise-kostete-weltweit-34-millionen-jobs-a-674247.html

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